Wappen von M�hlbach am Glan
Panoramaaufnahme von M�hlbach am Glan
Kirchenbau

Zeitungsbericht über den Mühlbacher Kirchenbau

In den dreißiger Jahren dieses Jahrhundert wurde in Mühlbach am Glan ein Verein gegründet, der sich zur Aufgabe machte, für den Ort eine Kirche zu hauen. Es war die Zeit der weltweiten Wirtschaftskrisen. Obwohl die meisten Familien .mit wenig Geld auskommen mussten, fanden sich doch viele Spender, die das Vorhaben des Kirchbauvereins unterstützten. Die Mitglieder mussten einen monatlichen Beitrag von 50 Pfennig aufbringen. Die 1000 Seelen Gemeinde brachte immerhin 5000 Mark zusammen. Damit und mit einer vorn Protestantischen Landeskirchenrat bereitgestellten Kollekte in Höhe von 8200 Reichsmark wurde der Rohbau der Kirche fertiggestellt. Mit einem Zuschuss von 5000 Reichsmark der Regierung der Pfalz konnte der Innenausbau mit 300 Sitzplätzen finanziert werden.

Mauerarbeiten
Mauerarbeiten
Bauarbeiter
Bauarbeiter
Erdarbeiten
Erdarbeiten
Kirchenansicht 60er Jahre Im Vordergrund ist das alte Schulhaus
Kirchenansicht 60er Jahre Im Vordergrund ist das alte Schulhaus
Kirchenansicht 60er Jahre Foto von Karl Schanz
Kirchenansicht 60er Jahre Foto von Karl Schanz

Einem Bericht der Pfälzischen Rundschau vom 7. Oktober 1934 kann man entnehmen, dass das Mühlbacher Kirchlein von dem Maurermeister Rudolf Herrmann aus Welchweiler erbaut wurde. Die Pläne hatte der Landauer Architekt Stahl entworfen, dem auch die Bauleitung oblag. Der Ort, an dem die Kirche zu stehen kam, so damals die Zeitung, war früher ein mächtiger Felsrücken. Es erforderte große Mühe, bis der Bauplatz, in Ordnung war; doch hatten sich die Einwohner bereit erklärt, freiwillig Hand und Spanndienste zu leisten und so an dem Werk mitzuarbeiten. Binnen Jahresfrist sei nun diese stolze Kirche entstanden, die von dem Felsrücken herab den Ort grüße. Die Zeitung jener Zeit wusste den Mühlbacher Bürgern ein großes Kompliment entgegenzubringen: „Für die Nachkommen aber soll die Kirche, die auf dem Felsen steht und mit Steinen erbaut ist, die an Ort und Stelle gewonnen wurden ein Zeichen der großen Willenskraft ihrer Ahnen sein, denn nur selten hat sich ein Ort bei dem Bau seiner Kirche so aufgeopfert wie gerade die Gemeinde Mühlbach."

Über die Arbeiten kann man aus einem Bericht der "NSZ" Rheinfront" vom 6. Oktober 1934 nachlesen: „Die Mühlbacher haben ihre Kirche in hartem Kampf errungen. Es waren damals keine schönen Zeiten in Deutschland, als einige Getreue aus Mühlbach einen von der politischen Gemeinde überlassenen Steinbruch, der Kirchbauplatz werden sollte, vom Schutt zu räumen begannen. Ein beladener Kipper nach dem andern wurde weggefahren, wochenlang, monatelang, fast ein Jahr lang. Es war nicht schwer, Geleise und Kipper zu bekommen. In der Steinindustrie war es still geworden, das Gestänge rostete. Arbeitslose waren es, die tausend Kubikmeter steinige Erde bewegten und planierten. Sie taten es, weil eine Liebe und Hoffnung sie trieb in einer Zeit, die hoffnungslos war. Es war etwas Ergreifendes, diese Menschen in der Gluthitze des Sommers und im Spätjahr, als die Erde schon gefroren war, bei der Arbeit zu sehen. Mit dem Bau der Mühlbacher Kirche wurde versucht, die Eigenart der Bevölkerung und der Landschaft zu erfassen. Dem Architekten ist es recht gut gelungen, mit den Steinen der Landschaft ein Bauwerk zu errichten, das sich an den Hang schmiegt und sich gleichzeitig der Natur unterordnet." Der Bau weiß nichts von Sentimentalität, schrieb die Zeitung: „Rauh, etwas eigensinnig und trotzig, aber rein und ehrlich in Kunstform und Material ist er das Spiegelbild von Land und Leuten".

Interessant ist noch, dass am Sonntag, 7. Oktober 1934, nachmittags 2 Uhr die Einweihung der neuerbauten protestantischen Kirche zu Mühlbach am Glan verbunden mit Glockenweihe stattfand. Der Festzug nahm Aufstellung an der Glanbrücke. SA, Jungvolk, BdM und PO führten die Reihen an, dann erst kamen Musik, Presbyterium und Ausschuss des Kirchenbauvereins, denen die weltlichen Behörden, der geistliche Kommissar mit den geistlichen Assistenten, die übrigen Geistlichen, Gesangverein, NS Frauenschaft, die Gemeinde und sonstige Teilnehmer folgten. Vor dem Schulhaus erfolgte die Übergabe der Kirchengeräte nach einem Choral und einer kurzen Begrüßung durch den Ortsgeistlichen. Nach der Schlüsselübergabe vor der Kirche wurden die Kirchenportale geöffnet und der Einweihungsgottesdienst mit Gemeindegesang, Kirchenweihe, Glockenläuten, Lesung, Gebet, Vaterunser und Segen nahm seinen Lauf.

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